Ola Gjeilo schreibt über sein Werk „Dark night of the soul“:

Die dunkle Nacht der Seele wurde im 2010 komponiert und im gleichen Jahr vom Phoenix Chorale uraufgeführt. Der Text, drei Verse aus dem Gedicht von St. Johann vom Kreuz, wurden mir von Joel Rinsema vorgeschlagen, dem Leiter des Phoenix Chorale. Ich habe mich sofort in die leidenschaftliche Spiritualität dieses Gedichts verliebt. 

 

Meine Absicht war es, in diesem Werk eine Art Dialog zwischen dem Klavier und dem Chor herzustellen. Manchmal begleitet das Klavier den Chor, aber manchmal begleitet der Chor das Klavier (oder die Geige). Und manchmal übernimmt der Chor die Rolle einer sanften, aber reichen Struktur eines Streichorchesters. Ich liebe den Klang der Stimmen, die einen Akkord summen – dies schafft einen Klang, der so warm und bewegend sein kann, insbesondere wenn er mit dem Streichquartett untermalt wird. Für mich hat die Klangkombination einen ähnlichen Effekt wie aus einem grossen Synthesizer, aber er fühlt sich wohl etwas natürlicher und lebendiger an. 

Dank Forrest schreibt über sein Werk „Requiem for the living“:

Ein Requiem ist in seinem Kern ein Ruhegebet, in der Regel für die Verstorbenen. Die fünf Sätze dieses Requiems erzählen von den Lebenden und von ihrem eigenen Kampf mit Schmerz und Sorgen – wie auch der Verstorbenen. 

Der erste Satz beinhaltet wie üblich den Eingangschor und den Text des Kyrie – die Bitte nach Ruhe und Vergebung. Die Musik nutzt die laufend sich verstärkenden, einfachen Motive von drei absteigenden Tönen.

Der zweite Satz verwendet anstelle des sonst üblichen Dies Irae einen biblischen Text, der von der Aufruhr und den Sorgen erzählt, denen die Menschheit ausgesetzt ist – gleichzeitig nimmt er musikalischen und textlichen Bezug auf das Dies Irae. Dieser Satz setzt aggressive und rhythmische Gesten neben fliessende, melodische Passagen, einschliesslich einzelner Wiederholungen aus dem Kyrie. 

Das Agnus Dei kommt nicht wie sonst üblich am Schluss der liturgischen Reihenfolge; es stellt das Flehen nach Erlösung und Frieden dar. 

Darauf folgt hier das Sanctus als Antwort auf diese Erlösung; es bietet drei verschiedene kurze Blicke auf das Thema „Himmel und Erden, erfüllt von Deiner Herrlichkeit“, die sich alle aus demselben musikalischen Motiv entwickeln: ein himmlisches Intro, das sich von den Bildern des Hubble Weltraum Teleskops aus dem Weltall inspirieren lässt, - ein aufwühlender Mittelteil, der von den Bildern unseres Planeten erzählt, wie er aus der Internationalen Weltraumstation gesehen wird; - und ein Schlussteil, der den Zuhörer wieder zurück auf die Erde bringt, wo die grossen Städte die Energie der Menschheit verschwenden. 

Das Lux Aeterna schliesst dieses Werk ab und schildert das Licht, den Frieden und die Ruhe für beide, die Verstorbenen und die Lebenden. Die Worte von Christus sind die Antwort auf das Eingangsgebet: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“